Doppelmäkelei

Gemäss OR 415 kann der Makler von seinem Auftraggeber weder Lohn noch Ersatz für Aufwendungen beanspruchen, wenn er oder sich wider Treu und Glauben auch von der Gegenpartei Lohn versprechen lassen hat (Doppelmäkelei).

Lehre und Rechtsprechung leiten aus dieser Bestimmung ab, dass die Doppelmäkelei nicht per se unzulässig ist, sondern nur dann, wenn der Makler sich in einem Interessenkonflikt befindet.

Die Doppelmäkelei wird als
zulässig erachtet, wenn unzulässig betrachtet, wenn
  • es sich um Nachweismäkelei handelt
  • der Makler den Auftraggeber über das Doppelmandat informiert
  • der Auftraggeber den Preis für das zu vermittelnde Objekt nicht fixiert hat, sondern vom Makler erwartet, dass dieser ein möglichst gutes Ergebnis für den Auftraggeber erzielt
  • Vermittlungsmäkelei vorliegt

Im Fall der Zuführungsmäkelei dürfte ohne Vorliegen qualifizierter Umstände die Doppelmäkelei vertretbar sein, weil sich der Makler nicht aktiv in die Verhandlungen einbringen muss.

Praxistipp zur Doppel-Nachweismäkelei:

Bestehen Zweifel über die Zulässigkeit der Doppelmäkelei, so sind die Auftraggeber über diesen Umstand zu informieren. Erheben diese keine Einwendungen, so wird die Doppelmäkelei genehmigt und die Provision wird zu bezahlen sein.

Hinweis:

Keine „nachträgliche“ Doppelmäkelei (zulässig nur ursprünglich offengelegte Nachweismäkelei).

Rechtsprechung zur Doppel-Vermittlungsmäkelei:

BGE 4A_214/2014 vom 05.12.2014 (Verwirkung des Anspruchs auf Mäklerlohn infolge Nichtigkeit der Mäklerverträge mit dem Verkäufer und dem Käufer (OR 415 in fine)
Mäklervertrag: Anspruchsverwirkung bei Immobilien-Doppel-Vermittlungsmäklerei | bnlawyers.ch